150. JUBILÄUMSAUKTION: KUNST & ANTIQUITÄTEN | AUSGEWÄHLTE WERKE |
Erstes Los endet: 10.09.2025 - 10:00:00
Losnummer 2106 -
Auktion 150
FETTE BEUTE

Voraussichtliche Aufrufzeit
12.09.2025 - 11:13 Uhr
Startpreis
6.000,00 EUR
(Mindestgebot 6.000,00 EUR)
Beschreibung
FELIX SCHLESINGER
1833 Hamburg - 1910 Hamburg/ München
FETTE BEUTE
Öl auf Leinwand, doubliert. 34 x 41 cm (R. 63 x 70,5 cm). Unten rechts signiert 'F. Schlesinger'. Originalrahmen.
Vor uns entfaltet sich eine rührende Szene: Ein Junge und ein Mädchen sitzen am Ufer und ziehen mit der Angel einen Fisch aus dem Wasser. Dank der künstlerischen Meisterschaft und dem psychologischen Feingefühl des Malers spürt der Betrachter förmlich ihre aufrichtige Freude. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die liebevoll ausgearbeiteten Details: abgetragene Schuhe mit losen Schnürsenkeln, vielfältige Stoffstrukturen, grobe Steinblöcke, auf denen die Kinder sitzen, sowie die feuchten Kiesel am Ufer. Wasser, Ufergras und Himmel sind eher schematisch dargestellt, was den Fokus auf die Figuren verstärkt. Mit großer malerischer Virtuosität wurde eine lichtdurchflutete und luftige Atmosphäre geschaffen. Es scheint, als spiele sich die Szene am späten Nachmittag ab - die Schatten werden tiefer, die Luft klarer, und die Farben gewinnen an Leuchtkraft und Intensität. Im Hintergrund kündigt der graue Himmel ein herannahendes Gewitter an und verleiht der Szene dramatische Spannung. Dieses Gemälde vereint all das, was wir an der Genremalerei des 19. Jahrhunderts so schätzen: ein einfühlsames Beobachten des Alltags, eine warme Darstellung der Figuren und die Liebe zum Detail. Felix Schlesinger begann seine künstlerische Ausbildung 1848-1850 in Hamburg bei F. Heimerdinger. 1850-1851 studierte er an der Düsseldorfer Akademie, absolvierte eine Studienreise nach Antwerpen und war 1852-1854 Privatschüler bei Rudolf Jordan. In dieser Zeit bereiste er Norddeutschland. Später arbeitete er in Paris, lebte 1861-1863 in Bockenheim und ließ sich 1863 endgültig in München nieder. Er spezialisierte sich auf Genrestudien des ländlichen und bürgerlichen Lebens mit Humor und Detailgenauigkeit, häufig mit Kindern, Alten und Haustieren im Stil der Düsseldorfer Schule. Einige seiner Werke haben sozialhistorische Bedeutung, etwa zum Thema Auswanderung. Sein Stil zeigt den Einfluss Jordans und der Münchner Schule, besonders Franz von Defregger. Schlesinger stellte in Berlin, Dresden, Düsseldorf, München und Wien aus. Seine Bilder waren durch zahlreiche Reproduktionen in illustrierten Zeitschriften sehr populär. Quelle: Lexikon der Dusseldorfer Malerschule 1819-1918, Bruckmann.
Provenienz: Private Sammlung, Düsseldorf. Kunsthandel, Winsen.
1833 Hamburg - 1910 Hamburg/ München
FETTE BEUTE
Öl auf Leinwand, doubliert. 34 x 41 cm (R. 63 x 70,5 cm). Unten rechts signiert 'F. Schlesinger'. Originalrahmen.
Vor uns entfaltet sich eine rührende Szene: Ein Junge und ein Mädchen sitzen am Ufer und ziehen mit der Angel einen Fisch aus dem Wasser. Dank der künstlerischen Meisterschaft und dem psychologischen Feingefühl des Malers spürt der Betrachter förmlich ihre aufrichtige Freude. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die liebevoll ausgearbeiteten Details: abgetragene Schuhe mit losen Schnürsenkeln, vielfältige Stoffstrukturen, grobe Steinblöcke, auf denen die Kinder sitzen, sowie die feuchten Kiesel am Ufer. Wasser, Ufergras und Himmel sind eher schematisch dargestellt, was den Fokus auf die Figuren verstärkt. Mit großer malerischer Virtuosität wurde eine lichtdurchflutete und luftige Atmosphäre geschaffen. Es scheint, als spiele sich die Szene am späten Nachmittag ab - die Schatten werden tiefer, die Luft klarer, und die Farben gewinnen an Leuchtkraft und Intensität. Im Hintergrund kündigt der graue Himmel ein herannahendes Gewitter an und verleiht der Szene dramatische Spannung. Dieses Gemälde vereint all das, was wir an der Genremalerei des 19. Jahrhunderts so schätzen: ein einfühlsames Beobachten des Alltags, eine warme Darstellung der Figuren und die Liebe zum Detail. Felix Schlesinger begann seine künstlerische Ausbildung 1848-1850 in Hamburg bei F. Heimerdinger. 1850-1851 studierte er an der Düsseldorfer Akademie, absolvierte eine Studienreise nach Antwerpen und war 1852-1854 Privatschüler bei Rudolf Jordan. In dieser Zeit bereiste er Norddeutschland. Später arbeitete er in Paris, lebte 1861-1863 in Bockenheim und ließ sich 1863 endgültig in München nieder. Er spezialisierte sich auf Genrestudien des ländlichen und bürgerlichen Lebens mit Humor und Detailgenauigkeit, häufig mit Kindern, Alten und Haustieren im Stil der Düsseldorfer Schule. Einige seiner Werke haben sozialhistorische Bedeutung, etwa zum Thema Auswanderung. Sein Stil zeigt den Einfluss Jordans und der Münchner Schule, besonders Franz von Defregger. Schlesinger stellte in Berlin, Dresden, Düsseldorf, München und Wien aus. Seine Bilder waren durch zahlreiche Reproduktionen in illustrierten Zeitschriften sehr populär. Quelle: Lexikon der Dusseldorfer Malerschule 1819-1918, Bruckmann.
Provenienz: Private Sammlung, Düsseldorf. Kunsthandel, Winsen.
Details
Losnummer | 2106 |
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Künstler | FELIX SCHLESINGER |
Folgerechtsabgabe | Nein |
Schätzpreis von | 6000 |