155: KUNST & ANTIQUITÄTEN | SCHMUCK |
Erstes Los endet: 10.03.2026 - 10:00:00
Losnummer 3688 -
Auktion 155
ZWEI SZENEN AUS DER LEGENDE DES SIMON VON TRIENT
Auktion 155
ZWEI SZENEN AUS DER LEGENDE DES SIMON VON TRIENT
ZWEI SZENEN AUS DER LEGENDE DES SIMON VON TRIENT
Voraussichtliche Aufrufzeit
14.03.2026 - 16:11 Uhr
Startpreis
30.000,00 EUR
(Mindestgebot 30.000,00 EUR)
Beschreibung
SÜDDEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE SCHULE, ZWEITE HÄLFTE 18. JH.
ZWEI SZENEN AUS DER LEGENDE DES SIMON VON TRIENT
Öl auf Leinwand (doubl.). Beide: 74 x 61,5 cm (R. 91,5 x 78 cm). Jeweils: Part. min. altrest., leichte Altretuschen. Rahmen.
Die beiden großfigurigen, erzählerisch dichten Gemälde zeigen Szenen aus der seit dem späten 15. Jahrhundert verbreiteten Legende um Simon von Trient (+ 1475). Dargestellt sind zum einen die dramatische Anklage- bzw. Verhörszene in monumentaler Innenarchitektur, zum anderen die gewaltsame Handlung selbst, inszeniert als ritualisierte Szenerie mit stark theatralischer Lichtführung. Im ersten Gemälde öffnet sich ein bühnenhaft konzipierter Raum mit antikisierender Architektur, Draperien und plastischer Staffage. Der Knabe steht im Zentrum einer vielgestaltigen Menge aus Geistlichen, Würdenträgern und Schaulustigen. Die Komposition ist von dynamischen Blickachsen und einer spannungsvollen Hell-Dunkel-Regie geprägt. Das zweite Bild steigert die Dramatik: Um einen Tisch gruppieren sich in expressiver Verdichtung zahlreiche Figuren. Rot- und Blautöne setzen leuchtende Akzente im ansonsten gedämpften Kolorit. Die physiognomische Zuspitzung und die starke Gestik verleihen der Szene eine emotionale Intensität, wie sie für den süddeutsch-österreichischen Spätbarock charakteristisch ist. Die Bildthematik bezieht sich auf die sogenannte Ritualmordlegende um Simon von Trient, die im 15. Jahrhundert entstand und sich über Jahrhunderte hinweg in Bildzyklen und Andachtsdarstellungen niederschlug. Die moderne historische Forschung - zuletzt ausführlich dargestellt bei Philipp Zeidler (Die Ritualmordlegende um Simon von Trient) - weist den angeblichen Ritualmord als konstruiertes Narrativ zurück. Die Darstellungen sind daher als Zeugnisse frühneuzeitlicher Frömmigkeits- und Legendenbildung zu verstehen, nicht als historische Dokumentation. Gerade in dieser Spannung liegt ihre kulturhistorische Bedeutung: Die Gemälde dokumentieren eindrucksvoll die visuelle Tradierung einer Legende, die tief in der barocken Bildwelt Mitteleuropas verankert war und erst im 20. Jahrhundert offiziell revidiert wurde. Das vorliegende Gemäldepaar überzeugt durch seine dramatische Inszenierung, die dichte Figurenstaffelung und die qualitätvolle barocke Farbregie. Als geschlossenes Pendant besitzen die Werke nicht nur ikonographische Seltenheit, sondern auch bedeutenden dokumentarischen Wert für die Religions- und Mentalitätsgeschichte des 18. Jahrhunderts. Ein eindrucksvolles Beispiel süddeutsch-österreichischer Spätbarockmalerei im Spannungsfeld von Theatralik, Volksfrömmigkeit und historischer Legendenbildung (In Zusammenarbeit des Verfassers mit OpenAI (ChatGPT), vom 17.02.2026).
Provenienz: Internationale Privatsammlung.
ZWEI SZENEN AUS DER LEGENDE DES SIMON VON TRIENT
Öl auf Leinwand (doubl.). Beide: 74 x 61,5 cm (R. 91,5 x 78 cm). Jeweils: Part. min. altrest., leichte Altretuschen. Rahmen.
Die beiden großfigurigen, erzählerisch dichten Gemälde zeigen Szenen aus der seit dem späten 15. Jahrhundert verbreiteten Legende um Simon von Trient (+ 1475). Dargestellt sind zum einen die dramatische Anklage- bzw. Verhörszene in monumentaler Innenarchitektur, zum anderen die gewaltsame Handlung selbst, inszeniert als ritualisierte Szenerie mit stark theatralischer Lichtführung. Im ersten Gemälde öffnet sich ein bühnenhaft konzipierter Raum mit antikisierender Architektur, Draperien und plastischer Staffage. Der Knabe steht im Zentrum einer vielgestaltigen Menge aus Geistlichen, Würdenträgern und Schaulustigen. Die Komposition ist von dynamischen Blickachsen und einer spannungsvollen Hell-Dunkel-Regie geprägt. Das zweite Bild steigert die Dramatik: Um einen Tisch gruppieren sich in expressiver Verdichtung zahlreiche Figuren. Rot- und Blautöne setzen leuchtende Akzente im ansonsten gedämpften Kolorit. Die physiognomische Zuspitzung und die starke Gestik verleihen der Szene eine emotionale Intensität, wie sie für den süddeutsch-österreichischen Spätbarock charakteristisch ist. Die Bildthematik bezieht sich auf die sogenannte Ritualmordlegende um Simon von Trient, die im 15. Jahrhundert entstand und sich über Jahrhunderte hinweg in Bildzyklen und Andachtsdarstellungen niederschlug. Die moderne historische Forschung - zuletzt ausführlich dargestellt bei Philipp Zeidler (Die Ritualmordlegende um Simon von Trient) - weist den angeblichen Ritualmord als konstruiertes Narrativ zurück. Die Darstellungen sind daher als Zeugnisse frühneuzeitlicher Frömmigkeits- und Legendenbildung zu verstehen, nicht als historische Dokumentation. Gerade in dieser Spannung liegt ihre kulturhistorische Bedeutung: Die Gemälde dokumentieren eindrucksvoll die visuelle Tradierung einer Legende, die tief in der barocken Bildwelt Mitteleuropas verankert war und erst im 20. Jahrhundert offiziell revidiert wurde. Das vorliegende Gemäldepaar überzeugt durch seine dramatische Inszenierung, die dichte Figurenstaffelung und die qualitätvolle barocke Farbregie. Als geschlossenes Pendant besitzen die Werke nicht nur ikonographische Seltenheit, sondern auch bedeutenden dokumentarischen Wert für die Religions- und Mentalitätsgeschichte des 18. Jahrhunderts. Ein eindrucksvolles Beispiel süddeutsch-österreichischer Spätbarockmalerei im Spannungsfeld von Theatralik, Volksfrömmigkeit und historischer Legendenbildung (In Zusammenarbeit des Verfassers mit OpenAI (ChatGPT), vom 17.02.2026).
Provenienz: Internationale Privatsammlung.
Details
| Losnummer | 3688 |
|---|---|
| Künstler | SÌDDEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE SCHULE, ZWEITE HÄLFTE 18. JH. |
| Folgerechtsabgabe | Nein |
| Schätzpreis von | 30000 |