165: PROF. DR. MED. WINFRIED UND DR. GISELA SCHÖNBERGER: EINE BEDEUTENDE WIESBADENER PRIVATSAMMLUNG |
Erstes Los endet: 15.07.2026 - 15:00:00
Losnummer 28 -
Auktion 165
DIE VERKÜNDIGUNG AN DEN HEILIGEN JOACHIM
Auktion 165
DIE VERKÜNDIGUNG AN DEN HEILIGEN JOACHIM
DIE VERKÜNDIGUNG AN DEN HEILIGEN JOACHIM
Voraussichtliche Aufrufzeit
15.07.2026 - 15:28 Uhr
Startpreis
Beschreibung
LAMBERT LOMBARD
1505 Lüttich - 1566 ebenda
DIE VERKÜNDIGUNG AN DEN HEILIGEN JOACHIM
Öl auf Eichenholztafel (oben segmentbogenartig gerundet). 116 x 81 cm (R. 135 x 96 cm). Verso: Drei vertikal eingelassenen Rückseitensponki. Part. altrest., part. min. Altretuschen, drei min. rest. vertikale Spannungsrisse. Rahmen.
Beigefügtes Gutachten von Gwendolyne Denhaene: "Sehr geehrter Herr Professor, vielen Dank für Ihren Brief sowie für die Fotografie und das Dia Ihres Gemäldes. Sie sind wahrlich ein Glückspilz, denn Sie besitzen eines der sehr seltenen Gemälde, die man mit einiger Sicherheit Lombard zuschreiben kann. Seit Jahren habe ich nach diesem Gemälde gesucht; einst hatte ich eine Fotografie davon beim Rijksbureau voor Kunstdocumentatie in Den Haag erhalten. Das Bild befand sich 1957 in der Sammlung Kurt Goldschmidt in Düsseldorf, danach verlor sich seine Spur. Auch das Marburger Bildarchiv hatte keine Kenntnis mehr von seinem Verbleib. Sie können sich daher vorstellen, wie erfreut ich war, dieses Werk wiederzufinden. Diese Tafel, die die Verkündigung an Joachim darstellt, ist das Gegenstück zu dem Werk des Musée de l'Art Wallon, "Das zurückgewiesene Opfer Joachims" (siehe Abb. 16 meines Aufsatzes über die Gemälde von L. L.). Die Maße, die Form der Tafel, die Kleidung und die Sandalen Joachims sprechen sämtlich für diese Verbindung. Die Tafel des Musée de l'Art Wallon ist meiner Ansicht nach das Werk, das der graphischen Produktion Lombards am nächsten steht, und ich bin der Meinung, dass auch Ihr Gemälde eindeutig ein Werk dieses Künstlers ist. Die Schwächen, die darin zu erkennen sind, beruhen meines Erachtens darauf, dass Lombard kein herausragender Maler war. Möglicherweise haben auch Mitarbeiter seiner Werkstatt daran mitgewirkt. Ein weiteres interessantes Detail: Der Hund, der auf Ihrem Gemälde zu Füßen der Hirten erscheint, findet sich ebenfalls auf einer Tafel des Retabels von Saint-Denis ("Der heilige Dionysius vor Fescennius", siehe Abb. 16 meines Aufsatzes). Da von Lombard nur sehr wenige gesicherte Werke bekannt sind, obwohl er über mehr als vierzig Jahre tätig war, stellt Ihr Gemälde sicherlich einen bedeutenden Beitrag zur Wiederentdeckung dieses Künstlers dar. Ich bin Ihnen daher sehr dankbar, dass Sie mich kontaktiert haben und mir freundlicherweise das Dia übersandt haben, das mir einen Eindruck von den Farben des Gemäldes vermittelt.Ich möchte Sie fragen, ob es möglich wäre, Ihr Gemälde während meines nächsten Aufenthalts in Belgien (zwischen Juni und September) persönlich zu sehen. In der Hoffnung, bald von Ihnen zu hören, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Gwendolyne Denhaene P.S. Ich sende Ihnen mit derselben Post den Aufsatz, auf den ich mich mehrfach beziehe." (Original in französischer Sprache) Weiterhin ausgestellt vgl.: Exposotion Un double regard sur 2000 ans d'Art wallon, Musée de l'Art Wallon de la Ville de Liège, 15. April - 16. Juli 2000 (alle Unterlagen im Rahmen dieser Ausstellung anbei). Literatur: Godelieve Denhaene, Lambert Lombard. Renaissance et Humanisme à Liège, Antwerp, 1990, ill. p. 119. Goldschmidt, Adolph: Lambert Lombard. Berlin: Grote 1919, Seite 206-240. Aus: Jahrbuch der preussischen Kunstsammlungen Bd. 40, 1909. Bulletin De L'Institut Historique Belge de Rom LVII 1987 Van het belgisch historisch Instituut te Rome
Provenienz: Sammlung Kurt Goldschmidt, Düsseldorf, 1957. Kunsthaus Malmedé, Köln. Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.
1505 Lüttich - 1566 ebenda
DIE VERKÜNDIGUNG AN DEN HEILIGEN JOACHIM
Öl auf Eichenholztafel (oben segmentbogenartig gerundet). 116 x 81 cm (R. 135 x 96 cm). Verso: Drei vertikal eingelassenen Rückseitensponki. Part. altrest., part. min. Altretuschen, drei min. rest. vertikale Spannungsrisse. Rahmen.
Beigefügtes Gutachten von Gwendolyne Denhaene: "Sehr geehrter Herr Professor, vielen Dank für Ihren Brief sowie für die Fotografie und das Dia Ihres Gemäldes. Sie sind wahrlich ein Glückspilz, denn Sie besitzen eines der sehr seltenen Gemälde, die man mit einiger Sicherheit Lombard zuschreiben kann. Seit Jahren habe ich nach diesem Gemälde gesucht; einst hatte ich eine Fotografie davon beim Rijksbureau voor Kunstdocumentatie in Den Haag erhalten. Das Bild befand sich 1957 in der Sammlung Kurt Goldschmidt in Düsseldorf, danach verlor sich seine Spur. Auch das Marburger Bildarchiv hatte keine Kenntnis mehr von seinem Verbleib. Sie können sich daher vorstellen, wie erfreut ich war, dieses Werk wiederzufinden. Diese Tafel, die die Verkündigung an Joachim darstellt, ist das Gegenstück zu dem Werk des Musée de l'Art Wallon, "Das zurückgewiesene Opfer Joachims" (siehe Abb. 16 meines Aufsatzes über die Gemälde von L. L.). Die Maße, die Form der Tafel, die Kleidung und die Sandalen Joachims sprechen sämtlich für diese Verbindung. Die Tafel des Musée de l'Art Wallon ist meiner Ansicht nach das Werk, das der graphischen Produktion Lombards am nächsten steht, und ich bin der Meinung, dass auch Ihr Gemälde eindeutig ein Werk dieses Künstlers ist. Die Schwächen, die darin zu erkennen sind, beruhen meines Erachtens darauf, dass Lombard kein herausragender Maler war. Möglicherweise haben auch Mitarbeiter seiner Werkstatt daran mitgewirkt. Ein weiteres interessantes Detail: Der Hund, der auf Ihrem Gemälde zu Füßen der Hirten erscheint, findet sich ebenfalls auf einer Tafel des Retabels von Saint-Denis ("Der heilige Dionysius vor Fescennius", siehe Abb. 16 meines Aufsatzes). Da von Lombard nur sehr wenige gesicherte Werke bekannt sind, obwohl er über mehr als vierzig Jahre tätig war, stellt Ihr Gemälde sicherlich einen bedeutenden Beitrag zur Wiederentdeckung dieses Künstlers dar. Ich bin Ihnen daher sehr dankbar, dass Sie mich kontaktiert haben und mir freundlicherweise das Dia übersandt haben, das mir einen Eindruck von den Farben des Gemäldes vermittelt.Ich möchte Sie fragen, ob es möglich wäre, Ihr Gemälde während meines nächsten Aufenthalts in Belgien (zwischen Juni und September) persönlich zu sehen. In der Hoffnung, bald von Ihnen zu hören, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Gwendolyne Denhaene P.S. Ich sende Ihnen mit derselben Post den Aufsatz, auf den ich mich mehrfach beziehe." (Original in französischer Sprache) Weiterhin ausgestellt vgl.: Exposotion Un double regard sur 2000 ans d'Art wallon, Musée de l'Art Wallon de la Ville de Liège, 15. April - 16. Juli 2000 (alle Unterlagen im Rahmen dieser Ausstellung anbei). Literatur: Godelieve Denhaene, Lambert Lombard. Renaissance et Humanisme à Liège, Antwerp, 1990, ill. p. 119. Goldschmidt, Adolph: Lambert Lombard. Berlin: Grote 1919, Seite 206-240. Aus: Jahrbuch der preussischen Kunstsammlungen Bd. 40, 1909. Bulletin De L'Institut Historique Belge de Rom LVII 1987 Van het belgisch historisch Instituut te Rome
Provenienz: Sammlung Kurt Goldschmidt, Düsseldorf, 1957. Kunsthaus Malmedé, Köln. Kunsthandel Klendauer, Wiesbaden.
Details
| Losnummer | 28 |
|---|---|
| Künstler | LAMBERT LOMBARD |
| Folgerechtsabgabe | Nein |
| Schätzpreis von | 10000 |
| Regelbesteuerung | 0 |