160: SCHMUCK | KUNST & ANTIQUITÄTEN |
Erstes Los endet: 09.09.2026 - 10:00:00
Losnummer 2254 -
Auktion 160
WEIBLICHER AKT, SITZEND
Auktion 160
WEIBLICHER AKT, SITZEND
WEIBLICHER AKT, SITZEND
Voraussichtliche Aufrufzeit
11.09.2026 - 11:09 Uhr
Beschreibung
ALFRED PHILIPPE ROLL
1846 - 1919
WEIBLICHER AKT, SITZEND
Rötel und Kreide auf Papier. Sichtmaß 39 x 35 cm (R. 58 x 54 cm). Unten rechts Widmung und Signatur. Unter Glas gerahmt (verso verschlossen).
Die Lose 2235-2275 bilden das seltene Beispiel einer Privatsammlung, die ein klares und schlüssiges Narrativ entfaltet. Abgesehen von einigen wenigen Genredarstellungen und Landschaften bildet ein Panorama der Aktmalerei des 19. Jahrhunderts ihren Kern - einer Epoche, in der dieses Genre eine seiner bedeutendsten Entwicklungsphasen erlebte. Der Akt im Kunstschaffen bewahrte stets eine besondere Bedeutung. Nach Durchlaufen der großen Epochen der Malerei - von obligatorischen akademischen Studien bis hin zu den höchsten Meisterwerken - überdauerte er selbst jene Zeit, als das 20. Jahrhundert Schritt für Schritt das Erbe der Antike abwarf, mythologische Sujets hinter sich ließ und die Doktrin der Naturnachahmung hinterfragte. Nach all diesen komplexen Wandlungen blieb gerade die Aktmalerei das wichtigste Bindeglied der Kunst zur klassischen Schule. Im 19. Jahrhundert traten in diese jahrhundertealte Tradition entscheidende Veränderungen ein: So wurde beispielsweise die Dominanz des weiblichen Aktes gegenüber dem männlichen nahezu absolut - eine Entwicklung, die sich auch in der vorliegenden Auswahl anschaulich widerspiegelt. Während der männliche Akt in den Lehrplänen der Kunstakademien eher als Instrument zum Ausdruck von Charakter und maskuliner Plastizität fortlebte (ein prägnantes Beispiel hierfür ist Los 2244), verfestigte sich für den weiblichen Körper endgültig die höchste ästhetische Rolle. Man war überzeugt, dass gerade der weibliche Akt die Idee des wahrhaft Schönen zum Ausdruck bringen könne, verankert in ruhiger Ausgewogenheit, Raffinesse und Formvollendung. Diese Kollektion bietet die seltene Gelegenheit nachzuvollziehen, wie dieser ästhetische Idealanspruch in der Praxis umgesetzt wurde, und offenbart die ganze Vielfalt der Sichtweisen von Künstlern des 19. Jahrhunderts auf den weiblichen Akt - von strenger akademischer Plastizität und romantischer Empfindsamkeit bis hin zu intimen Kabinettstudien.
Provenienz: Privatsammlung, Düsseldorf.
1846 - 1919
WEIBLICHER AKT, SITZEND
Rötel und Kreide auf Papier. Sichtmaß 39 x 35 cm (R. 58 x 54 cm). Unten rechts Widmung und Signatur. Unter Glas gerahmt (verso verschlossen).
Die Lose 2235-2275 bilden das seltene Beispiel einer Privatsammlung, die ein klares und schlüssiges Narrativ entfaltet. Abgesehen von einigen wenigen Genredarstellungen und Landschaften bildet ein Panorama der Aktmalerei des 19. Jahrhunderts ihren Kern - einer Epoche, in der dieses Genre eine seiner bedeutendsten Entwicklungsphasen erlebte. Der Akt im Kunstschaffen bewahrte stets eine besondere Bedeutung. Nach Durchlaufen der großen Epochen der Malerei - von obligatorischen akademischen Studien bis hin zu den höchsten Meisterwerken - überdauerte er selbst jene Zeit, als das 20. Jahrhundert Schritt für Schritt das Erbe der Antike abwarf, mythologische Sujets hinter sich ließ und die Doktrin der Naturnachahmung hinterfragte. Nach all diesen komplexen Wandlungen blieb gerade die Aktmalerei das wichtigste Bindeglied der Kunst zur klassischen Schule. Im 19. Jahrhundert traten in diese jahrhundertealte Tradition entscheidende Veränderungen ein: So wurde beispielsweise die Dominanz des weiblichen Aktes gegenüber dem männlichen nahezu absolut - eine Entwicklung, die sich auch in der vorliegenden Auswahl anschaulich widerspiegelt. Während der männliche Akt in den Lehrplänen der Kunstakademien eher als Instrument zum Ausdruck von Charakter und maskuliner Plastizität fortlebte (ein prägnantes Beispiel hierfür ist Los 2244), verfestigte sich für den weiblichen Körper endgültig die höchste ästhetische Rolle. Man war überzeugt, dass gerade der weibliche Akt die Idee des wahrhaft Schönen zum Ausdruck bringen könne, verankert in ruhiger Ausgewogenheit, Raffinesse und Formvollendung. Diese Kollektion bietet die seltene Gelegenheit nachzuvollziehen, wie dieser ästhetische Idealanspruch in der Praxis umgesetzt wurde, und offenbart die ganze Vielfalt der Sichtweisen von Künstlern des 19. Jahrhunderts auf den weiblichen Akt - von strenger akademischer Plastizität und romantischer Empfindsamkeit bis hin zu intimen Kabinettstudien.
Provenienz: Privatsammlung, Düsseldorf.
Details
| Losnummer | 2254 |
|---|---|
| Künstler | Alfred Philippe Roll |
| Folgerechtsabgabe | Nein |
| Schätzpreis von | 360 |
| Regelbesteuerung | 0 |