160: SCHMUCK | KUNST & ANTIQUITÄTEN |
Erstes Los endet: 09.09.2026 - 10:00:00
Losnummer 2420 -
Auktion 160
TRIPTYCHON 'EHRE SEI GOTT IN DER HOHE.', 1899
Auktion 160
TRIPTYCHON 'EHRE SEI GOTT IN DER HOHE.', 1899
TRIPTYCHON 'EHRE SEI GOTT IN DER HOHE.', 1899
Voraussichtliche Aufrufzeit
11.09.2026 - 13:00 Uhr
Beschreibung
PAULA MONJÉ
1849 Düsseldorf - 1919 ebenda
TRIPTYCHON 'EHRE SEI GOTT IN DER HOHE.', 1899
Öl auf Leinwand, Holz vergoldet, Stoff. geöffnet 140 x 153 cm. Rechter Flügel signiert und datiert.
Das Schaffen von Paula Monjé nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte der Düsseldorfer Malerschule an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein. Das Auftauchen dieses Triptychons in unserer Auktion erhält eine besondere Note vor dem Hintergrund der kürzlich im Düsseldorfer Kunstpalast gezeigten großen Ausstellung 'Künstlerinnen! - Von Monjé bis Münter'. Dieses wichtige Museumsprojekt war der Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit gewidmet: Es veranschaulichte den schwierigen, dornigen Weg, den die Künstlerinnen der Düsseldorfer Schule bis zu ihrer offiziellen Anerkennung zurücklegen mussten. Paula Monjé spielte in diesem Prozess eine Schlüsselrolle. Als sie ihren Weg in einer Ära begann, in der die Türen der Kunstakademie für Frauen offiziell verschlossen waren, beschränkte sie sich nicht auf den Rahmen der Liebhaberei, sondern erhielt eine professionelle Ausbildung in den Ateliers von Eduard von Gebhardt und Wilhelm Sohn. Monjés Biografie offenbart sie nicht nur als souveräne Malerin, sondern auch als eine gereifte Persönlichkeit, die vorausschauend über ihre eigene Karriere und ihr historisches Erbe nachdachte. In einer Zeit, in der die Kunstkritik Frauen tendenziell ignorierte, unternahm Monjé einen weitsichtigen Schritt: Sie schenkte ihr monumentales Gemälde 'Deutsches Volksfest' persönlich der Berliner Nationalgalerie. Diese Tatsache zeugt von ihrem ausgeprägten beruflichen Selbstbewusstsein; sie erarbeitete sich ihren Platz im Museumskanon auf Augenhöhe mit den Meistern ihrer Zeit. Monjés Wirken ging weit über ihre persönlichen künstlerischen Erfolge hinaus - sie stand an den Anfängen institutioneller Veränderungen für die weibliche Kunstgemeinschaft. 1911 gehörte sie zu den Gründerinnen des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen. Im Jahr 1914 führten ihr aktiver Einsatz und offizielle Eingaben schließlich dazu, dass die Behörden die Errichtung einer separaten Frauenkunstschule an der Akademie beschlossen, was Frauen letztlich den Zugang zur akademischen Kunstausbildung eröffnete. Das vorliegende Triptychon ist ein äußerst interessantes Beispiel eines vollständig erhaltenen Ensembles, das uns in seiner ursprünglichen künstlerischen Konzeption überliefert ist. Das Werk bewegt sich auf einer feinen Grenze: Es lässt sich schwer eindeutig bestimmen, ob das Objekt als sakrales Werk für das private Gebet oder als weltliche Malerei im Stil des religiösen Historismus konzipiert war. Einerseits zeichnet sich die Arbeit durch ihr technisches Können aus: die filigrane Wiedergabe von Texturen, Goldstickereien, schwerem Brokat und geprägten, vergoldeten Nimben. Andererseits besticht sie durch einen feinen Porträtrealismus. Die raffinierte Dekorativität und die ausdrucksstarke Individualität der sakralen Figuren fügen das Triptychon organisch in die Ästhetik der Nördlichen Renaissance ein. Vor uns stehen keine abstrakten, idealisierten Antlitze, sondern junge Frauen aus dem unmittelbaren Umfeld der Künstlerin. Womöglich bleibt es dem zukünftigen Besitzer des Gemäldes vorbehalten, dieses Rätsel zu lösen - herauszufinden, welche Zeitgenossinnen von Paula Monjé als Vorbild für die Maria und die sie umgebenden Heiligen dienten.
Provenienz: Privatsammlung, Belgien.
1849 Düsseldorf - 1919 ebenda
TRIPTYCHON 'EHRE SEI GOTT IN DER HOHE.', 1899
Öl auf Leinwand, Holz vergoldet, Stoff. geöffnet 140 x 153 cm. Rechter Flügel signiert und datiert.
Das Schaffen von Paula Monjé nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte der Düsseldorfer Malerschule an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein. Das Auftauchen dieses Triptychons in unserer Auktion erhält eine besondere Note vor dem Hintergrund der kürzlich im Düsseldorfer Kunstpalast gezeigten großen Ausstellung 'Künstlerinnen! - Von Monjé bis Münter'. Dieses wichtige Museumsprojekt war der Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit gewidmet: Es veranschaulichte den schwierigen, dornigen Weg, den die Künstlerinnen der Düsseldorfer Schule bis zu ihrer offiziellen Anerkennung zurücklegen mussten. Paula Monjé spielte in diesem Prozess eine Schlüsselrolle. Als sie ihren Weg in einer Ära begann, in der die Türen der Kunstakademie für Frauen offiziell verschlossen waren, beschränkte sie sich nicht auf den Rahmen der Liebhaberei, sondern erhielt eine professionelle Ausbildung in den Ateliers von Eduard von Gebhardt und Wilhelm Sohn. Monjés Biografie offenbart sie nicht nur als souveräne Malerin, sondern auch als eine gereifte Persönlichkeit, die vorausschauend über ihre eigene Karriere und ihr historisches Erbe nachdachte. In einer Zeit, in der die Kunstkritik Frauen tendenziell ignorierte, unternahm Monjé einen weitsichtigen Schritt: Sie schenkte ihr monumentales Gemälde 'Deutsches Volksfest' persönlich der Berliner Nationalgalerie. Diese Tatsache zeugt von ihrem ausgeprägten beruflichen Selbstbewusstsein; sie erarbeitete sich ihren Platz im Museumskanon auf Augenhöhe mit den Meistern ihrer Zeit. Monjés Wirken ging weit über ihre persönlichen künstlerischen Erfolge hinaus - sie stand an den Anfängen institutioneller Veränderungen für die weibliche Kunstgemeinschaft. 1911 gehörte sie zu den Gründerinnen des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen. Im Jahr 1914 führten ihr aktiver Einsatz und offizielle Eingaben schließlich dazu, dass die Behörden die Errichtung einer separaten Frauenkunstschule an der Akademie beschlossen, was Frauen letztlich den Zugang zur akademischen Kunstausbildung eröffnete. Das vorliegende Triptychon ist ein äußerst interessantes Beispiel eines vollständig erhaltenen Ensembles, das uns in seiner ursprünglichen künstlerischen Konzeption überliefert ist. Das Werk bewegt sich auf einer feinen Grenze: Es lässt sich schwer eindeutig bestimmen, ob das Objekt als sakrales Werk für das private Gebet oder als weltliche Malerei im Stil des religiösen Historismus konzipiert war. Einerseits zeichnet sich die Arbeit durch ihr technisches Können aus: die filigrane Wiedergabe von Texturen, Goldstickereien, schwerem Brokat und geprägten, vergoldeten Nimben. Andererseits besticht sie durch einen feinen Porträtrealismus. Die raffinierte Dekorativität und die ausdrucksstarke Individualität der sakralen Figuren fügen das Triptychon organisch in die Ästhetik der Nördlichen Renaissance ein. Vor uns stehen keine abstrakten, idealisierten Antlitze, sondern junge Frauen aus dem unmittelbaren Umfeld der Künstlerin. Womöglich bleibt es dem zukünftigen Besitzer des Gemäldes vorbehalten, dieses Rätsel zu lösen - herauszufinden, welche Zeitgenossinnen von Paula Monjé als Vorbild für die Maria und die sie umgebenden Heiligen dienten.
Provenienz: Privatsammlung, Belgien.
Details
| Losnummer | 2420 |
|---|---|
| Künstler | PAULA MONJÉ |
| Folgerechtsabgabe | Nein |
| Schätzpreis von | 11000 |
| Regelbesteuerung | 0 |