155: KUNST & ANTIQUITÄTEN | SCHMUCK |
Erstes Los endet: 10.03.2026 - 10:00:00
Losnummer 2519 -
Auktion 155
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Auktion 155
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Voraussichtliche Aufrufzeit
13.03.2026 - 12:42 Uhr
Startpreis
15.000,00 EUR
(Mindestgebot 15.000,00 EUR)
Beschreibung
OTTO SCHOLDERER
1834 Frankfurt am Main - 1902 ebenda
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Öl auf Leinwand, doubliert. 51 x 61 cm (R. 65,5 x 75,5 cm). Oben rechts monogrammiert und datiert 'O.S. 1880'. Retuschen, Kantenabrieb; auf der Ruckseite des doublierten Leinwandtragers Wasserspuren. Rahmen.
"Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna" - dieser berühmte Aphorismus von Max Liebermann beschreibt ideal den tektonischen Wandel nicht nur in einem einzelnen Genre, sondern in der gesamten Kunst des 19. Jahrhunderts. In dieser Phrase ist das Manifest einer neuen Epoche enthalten: Der ästhetische Wert eines Werkes wird nun nicht mehr durch die Hierarchie des Sujets, sondern ausschließlich durch den Charakter des malerischen Vortrags bestimmt. An der Geschichte des Stillebens lässt sich die Bewegung hin zum Modernismus gut nachvollziehen. Es vollzieht sich eine vollständige Befreiung vom Sujet: Wenn die Rübe der Madonna gleichgestellt wird, verschwindet der Begriff des "hohen" Sujets gänzlich, und das Stilleben hört auf, lediglich ein dienendes Element oder eine religiöse Allegorie zu sein. In den Vordergrund tritt das Primat von Form und Farbe, wobei der Gegenstand nur noch zum Anlass für die Untersuchung komplexester Fakturen wird. Die Aufmerksamkeit für "unscheinbare Subtilitäten" in der Ausführung und die Wiedergabe der Atmosphäre wird zu einer Vorahnung der Abstraktion; sie nimmt jenen Moment der Moderne vorweg, in dem sich das materielle Objekt endgültig im rein malerischen Raum auflöst.
1834 Frankfurt am Main - 1902 ebenda
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Öl auf Leinwand, doubliert. 51 x 61 cm (R. 65,5 x 75,5 cm). Oben rechts monogrammiert und datiert 'O.S. 1880'. Retuschen, Kantenabrieb; auf der Ruckseite des doublierten Leinwandtragers Wasserspuren. Rahmen.
"Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna" - dieser berühmte Aphorismus von Max Liebermann beschreibt ideal den tektonischen Wandel nicht nur in einem einzelnen Genre, sondern in der gesamten Kunst des 19. Jahrhunderts. In dieser Phrase ist das Manifest einer neuen Epoche enthalten: Der ästhetische Wert eines Werkes wird nun nicht mehr durch die Hierarchie des Sujets, sondern ausschließlich durch den Charakter des malerischen Vortrags bestimmt. An der Geschichte des Stillebens lässt sich die Bewegung hin zum Modernismus gut nachvollziehen. Es vollzieht sich eine vollständige Befreiung vom Sujet: Wenn die Rübe der Madonna gleichgestellt wird, verschwindet der Begriff des "hohen" Sujets gänzlich, und das Stilleben hört auf, lediglich ein dienendes Element oder eine religiöse Allegorie zu sein. In den Vordergrund tritt das Primat von Form und Farbe, wobei der Gegenstand nur noch zum Anlass für die Untersuchung komplexester Fakturen wird. Die Aufmerksamkeit für "unscheinbare Subtilitäten" in der Ausführung und die Wiedergabe der Atmosphäre wird zu einer Vorahnung der Abstraktion; sie nimmt jenen Moment der Moderne vorweg, in dem sich das materielle Objekt endgültig im rein malerischen Raum auflöst.
Details
| Losnummer | 2519 |
|---|---|
| Künstler | OTTO SCHOLDERER |
| Folgerechtsabgabe | Nein |
| Schätzpreis von | 15000 |