150. JUBILÄUMSAUKTION: KUNST & ANTIQUITÄTEN | AUSGEWÄHLTE WERKE |
Erstes Los endet: 10.09.2025 - 10:00:00
Losnummer 2151 -
Auktion 150
RAST DER KARAWANE, 1902

Auktion 150
RAST DER KARAWANE, 1902
RAST DER KARAWANE, 1902
Voraussichtliche Aufrufzeit
12.09.2025 - 11:42 Uhr
Startpreis
10.000,00 EUR
(Mindestgebot 10.000,00 EUR)
Beschreibung
GUSTAVO SIMONI
1846 Rom - 1926 Palestrina
RAST DER KARAWANE, 1902
Aquarell über Bleistift auf Papier. 61 x 91 cm. Unten links signiert und datiert 'G. Simoni Roma 1902'.
Gustavo Simoni, gebürtig aus Rom, erhielt seine künstlerische Ausbildung an der renommierten Accademia di San Luca und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft der Aquarellisten. Seit Ende der 1870er Jahre widmete er sich zunehmend nordafrikanischen Motiven. Seine Reisen nach Algerien und Marokko, inspiriert von den Eindrücken der maurischen Architektur Andalusiens, prägten sein Werk über viele Jahre. Simoni lebte längere Zeit in der historischen Stadt Tlemcen, die er als Ausgangspunkt für seine Studien in den Wüsten und Städten des Maghreb nutzte. Seinen Durchbruch feierte er 1889 mit der Verleihung einer Goldmedaille beim Pariser Salon. Zu seinen Auftraggebern zählte unter anderem König Umberto I. Eng verbunden mit der französischen Kunstszene, die den Orientalismus als bedeutende Kunstrichtung etablierte, eröffnete Simoni in den 1890er Jahren ein Atelier in Paris und gründete in Rom eine Schule für orientalische Malerei. Wie viele seiner Zeitgenossen im französischen und italienischen Orientalismus widmete sich Simoni der Darstellung der islamischen Welt. Diese Strömung, die im Frankreich des 19. Jahrhunderts an der Schnittstelle von Romantik und Neoklassizismus entstand, erreichte in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ihre Blütezeit. Orientalistische Künstler verbanden häufig dokumentarische Genauigkeit mit malerischer Poesie. Simoni fand seine Inspiration in genauen Beobachtungen und einer aufrichtigen Empathie für das Leben nomadischer Stämme, ihre Traditionen und den Alltag. Das hier gezeigte Werk zeigt eine abendliche Rast eines Karawanenzugs vor dem sanften Licht des Sonnenuntergangs. Die in warmes Abendlicht getauchten Figuren vermitteln die Erschöpfung einer langen Reise. In der rosa Dämmerung ist die Silhouette einer Stadt zu erkennen - vermutlich das Ziel der Karawane. Während Simoni typische Elemente des Genres bewahrt - eine ausdrucksstarke Farbgebung sowie detailreiche Darstellungen orientalischer Alltagsgegenstände und Textilien - verzichtet er auf übertriebene Romantisierung. Die Protagonisten - barfüßige Männer in abgetragener Kleidung, von denen einige den Betrachter direkt ansehen - sind mit großer Sorgfalt und Respekt festgehalten, als ob sie durch die Linse einer Kamera eingefangen wären.
1846 Rom - 1926 Palestrina
RAST DER KARAWANE, 1902
Aquarell über Bleistift auf Papier. 61 x 91 cm. Unten links signiert und datiert 'G. Simoni Roma 1902'.
Gustavo Simoni, gebürtig aus Rom, erhielt seine künstlerische Ausbildung an der renommierten Accademia di San Luca und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft der Aquarellisten. Seit Ende der 1870er Jahre widmete er sich zunehmend nordafrikanischen Motiven. Seine Reisen nach Algerien und Marokko, inspiriert von den Eindrücken der maurischen Architektur Andalusiens, prägten sein Werk über viele Jahre. Simoni lebte längere Zeit in der historischen Stadt Tlemcen, die er als Ausgangspunkt für seine Studien in den Wüsten und Städten des Maghreb nutzte. Seinen Durchbruch feierte er 1889 mit der Verleihung einer Goldmedaille beim Pariser Salon. Zu seinen Auftraggebern zählte unter anderem König Umberto I. Eng verbunden mit der französischen Kunstszene, die den Orientalismus als bedeutende Kunstrichtung etablierte, eröffnete Simoni in den 1890er Jahren ein Atelier in Paris und gründete in Rom eine Schule für orientalische Malerei. Wie viele seiner Zeitgenossen im französischen und italienischen Orientalismus widmete sich Simoni der Darstellung der islamischen Welt. Diese Strömung, die im Frankreich des 19. Jahrhunderts an der Schnittstelle von Romantik und Neoklassizismus entstand, erreichte in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ihre Blütezeit. Orientalistische Künstler verbanden häufig dokumentarische Genauigkeit mit malerischer Poesie. Simoni fand seine Inspiration in genauen Beobachtungen und einer aufrichtigen Empathie für das Leben nomadischer Stämme, ihre Traditionen und den Alltag. Das hier gezeigte Werk zeigt eine abendliche Rast eines Karawanenzugs vor dem sanften Licht des Sonnenuntergangs. Die in warmes Abendlicht getauchten Figuren vermitteln die Erschöpfung einer langen Reise. In der rosa Dämmerung ist die Silhouette einer Stadt zu erkennen - vermutlich das Ziel der Karawane. Während Simoni typische Elemente des Genres bewahrt - eine ausdrucksstarke Farbgebung sowie detailreiche Darstellungen orientalischer Alltagsgegenstände und Textilien - verzichtet er auf übertriebene Romantisierung. Die Protagonisten - barfüßige Männer in abgetragener Kleidung, von denen einige den Betrachter direkt ansehen - sind mit großer Sorgfalt und Respekt festgehalten, als ob sie durch die Linse einer Kamera eingefangen wären.
Details
Losnummer | 2151 |
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Künstler | GUSTAVO SIMONI |
Folgerechtsabgabe | Nein |
Schätzpreis von | 10000 |