Losnummer 2025 - Auktion 150
MARIA VERKÜNDIGUNG, 1855

Voraussichtliche Aufrufzeit
12.09.2025 - 10:17 Uhr

Startpreis

1.000,00 EUR

(Mindestgebot 1.000,00 EUR)
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Beschreibung
JULIUS SCHNORR VON CAROLSFELD
1794 Leipzig - 1872 Dresden


MARIA VERKÜNDIGUNG, 1855

Feder und schwarzgraue Tinte auf beigem Velin. 22 x 26 cm (R. 55 x 63 cm). Monogrammiert und datiert '18JS55, d. 25. sept.'. Verso: Verkündigungsszene in Bleistift, nummeriert 114ff. Unter Glas im Passepartout gerahmt.

Die Idee, eine Bilderbibel als Gemeinschaftsprojekt zu realisieren, wurde ursprünglich von Friedrich Overbeck angestoßen, jedoch nie verwirklicht. Auch spätere Versuche in den Jahren 1821 und 1824, unternommen von Schnorr gemeinsam mit Passavant, Amsler, Barth und Böhmer, blieben erfolglos. Diese Misserfolge gaben Schnorr offenbar den Anstoß, das Vorhaben eigenständig umzusetzen. Bereits bei seiner Rückkehr nach München im Jahr 1827 hatte er rund vierzig Entwürfe fertiggestellt. Nach einer längeren schöpferischen Pause nahm er das Projekt 1849/50 erneut auf und trat in Kontakt mit dem Leipziger Verleger Georg Wigand. Wigand betrachtete die Veröffentlichung der Bilderbibel als ein Vorhaben von nationaler Bedeutung. Zwischen Oktober 1852 und Dezember 1860 erschienen schließlich alle 240 Blätter. Die vorliegende Zeichnung diente als unmittelbare Vorlage für den Holzschnitt Nr. 162. Sie zeigt die endgültige Komposition ohne erkennbare Abweichungen. Dennoch wirken in der Druckfassung sowohl die dynamische Bewegung des eintretenden Engels als auch die stille, in sich gekehrte Haltung Marias merklich nüchterner und strenger. In der klaren Linienführung orientierte sich Schnorr an den Holzschnitten Albrecht Dürers, während die Typisierung seiner Figuren deutliche Anklänge an Raffaels Werke in den Loggien des Vatikans erkennen lässt.

Literatur: A. Schahl, Geschichte der Bilderbibel von Julius Schnorr von Carolsfeld, Phil. Diss. Leipzig 1936.

Provenienz: Privatsammlung. Slg. A. Meyer, Hamburg (Lugt 1994) . Slg. C. Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a). Versteigerung C. G. Boerner, Leipzig 16.3.1914, NR. 752 .
Details
Losnummer 2025
Künstler JULIUS SCHNORR VON CAROLSFELD
Folgerechtsabgabe Nein
Schätzpreis von 1000