160: JEWELLERY | FINE ARTS & ANTIQUES |
First lot ends: 09.09.2026 - 10:00:00
Lot number 2561 -
Auction 160
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Auction 160
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Estimated call time
11.09.2026 - 14:38 o'clock
Description
OTTO SCHOLDERER
1834 Frankfurt am Main - 1902 ebenda
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Öl auf Leinwand, doubliert. 51 x 61 cm (R. 65,5 x 75,5 cm). Oben rechts monogrammiert und datiert 'O.S. 1880'. "Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna" - dieser berühmte
Aphorismus von Max Liebermann beschreibt ideal den tektonischen Wandel nicht nur in einem
einzelnen Genre, sondern in der gesamten Kunst des 19. Jahrhunderts. In dieser Phrase ist
das Manifest einer neuen Epoche enthalten: Der ästhetische Wert eines Werkes wird nun
nicht mehr durch die Hierarchie des Sujets, sondern ausschließlich durch den Charakter des
malerischen Vortrags bestimmt. An der Geschichte des Stillebens lässt sich die Bewegung
hin zum Modernismus gut nachvollziehen. Es vollzieht sich eine vollständige Befreiung vom
Sujet: Wenn die Rübe der Madonna gleichgestellt wird, verschwindet der Begriff des "hohen"
Sujets gänzlich, und das Stilleben hört auf, lediglich ein dienendes Element oder eine
religiöse Allegorie zu sein. In den Vordergrund tritt das Primat von Form und Farbe, wobei
der Gegenstand nur noch zum Anlass für die Untersuchung komplexester Fakturen wird. Die
Aufmerksamkeit für "unscheinbare Subtilitäten" in der Ausführung und die Wiedergabe der
Atmosphäre wird zu einer Vorahnung der Abstraktion; sie nimmt jenen Moment der Moderne
vorweg, in dem sich das materielle Objekt endgültig im rein malerischen Raum auflöst. Retuschen, Kantenabrieb; auf der Ruckseite des doublierten Leinwandtragers Wasserspuren. Rahmen.
1834 Frankfurt am Main - 1902 ebenda
STILLLEBEN MIT OBST, GEMÜSE UND EINER SCHNECKE
Öl auf Leinwand, doubliert. 51 x 61 cm (R. 65,5 x 75,5 cm). Oben rechts monogrammiert und datiert 'O.S. 1880'. "Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna" - dieser berühmte
Aphorismus von Max Liebermann beschreibt ideal den tektonischen Wandel nicht nur in einem
einzelnen Genre, sondern in der gesamten Kunst des 19. Jahrhunderts. In dieser Phrase ist
das Manifest einer neuen Epoche enthalten: Der ästhetische Wert eines Werkes wird nun
nicht mehr durch die Hierarchie des Sujets, sondern ausschließlich durch den Charakter des
malerischen Vortrags bestimmt. An der Geschichte des Stillebens lässt sich die Bewegung
hin zum Modernismus gut nachvollziehen. Es vollzieht sich eine vollständige Befreiung vom
Sujet: Wenn die Rübe der Madonna gleichgestellt wird, verschwindet der Begriff des "hohen"
Sujets gänzlich, und das Stilleben hört auf, lediglich ein dienendes Element oder eine
religiöse Allegorie zu sein. In den Vordergrund tritt das Primat von Form und Farbe, wobei
der Gegenstand nur noch zum Anlass für die Untersuchung komplexester Fakturen wird. Die
Aufmerksamkeit für "unscheinbare Subtilitäten" in der Ausführung und die Wiedergabe der
Atmosphäre wird zu einer Vorahnung der Abstraktion; sie nimmt jenen Moment der Moderne
vorweg, in dem sich das materielle Objekt endgültig im rein malerischen Raum auflöst. Retuschen, Kantenabrieb; auf der Ruckseite des doublierten Leinwandtragers Wasserspuren. Rahmen.
Details
| Lot number | 2561 |
|---|---|
| Artist | OTTO SCHOLDERER |
| Resale right levy | No |
| Estimate price from | 15000 |
| Tax | 0 |