155: KUNST & ANTIQUITÄTEN | SCHMUCK |
Erstes Los endet: 10.03.2026 - 10:00:00
Losnummer 3645 -
Auktion 155
PAAR GEMÄLDE WINTERLICHE DORFLANDSCHAFTEN
Auktion 155
PAAR GEMÄLDE WINTERLICHE DORFLANDSCHAFTEN
PAAR GEMÄLDE WINTERLICHE DORFLANDSCHAFTEN
Voraussichtliche Aufrufzeit
14.03.2026 - 15:46 Uhr
Startpreis
500,00 EUR
(Mindestgebot 500,00 EUR)
Beschreibung
JOOS DE MOMPER DER JÜNGERE UND JAN BRUEGHEL DER JÜNGERE (ATTR.)
1564 Antwerpen- 1635 ebenda - 1601 Antwerpen- 1678 ebenda
PAAR GEMÄLDE WINTERLICHE DORFLANDSCHAFTEN
Beide: Öl auf Kupfertafel (Tondo). Jeweils: Durchmesser: 14,5 cm. Part. min. altrest., min. Altretuschen. Beide im Tondo gerahmt.
Die beiden kleinformatigen Rundbilder zeigen belebte winterliche Dorflandschaften mit verschneiten Gehöften, kahlen Bäumen und kleinteiligen Staffagefiguren. In beiden Szenen sind bäuerliche Tätigkeiten dargestellt: Fuhrwerke mit Pferdegespannen, Fußgänger auf verschneiten Wegen, arbeitende Dorfbewohner sowie vereinzelte Tiere. Die Architektur besteht aus einfachen, meist giebelständigen Häusern mit steilen, schneebedeckten Dächern, vereinzelt mit Kirchturm oder Speicherbauten, eingebettet in eine flache, von Baumgruppen gegliederte Landschaft. Typisch sowohl für das Werk von Joos de Momper als auch Jan Brueghel des Jüngeren ist die ruhige, ausgewogene Komposition, bei der der Bildraum durch staffelnde Gebäude und Baumgruppen in die Tiefe geführt wird. Die kühle, silbrig-blaue Winteratmosphäre wird durch warme Ocker- und Brauntöne der Architektur kontrastiert. Die fein ausgeführten Figuren dienen weniger der narrativen Zuspitzung als der Belebung und Maßstäblichkeit der Landschaft. Die Wahl des Kupferträgers erlaubt eine besonders glatte, detailreiche Malweise und eine dichte, leuchtende Farbigkeit. Das erste Tondo steht in engem Zusammenhang mit der von Klaus Ertz publizierten Winterlichen Dorflandschaft mit Fuhrwerken (vgl. Josse de Momper der Jüngere - Die Gemälde, Freren 1986, S. 250, Abb. 281). Es handelt sich dabei nicht um eine direkte Kopie, sondern um eine freie Variation desselben Themenkomplexes: Motivische Übereinstimmungen (winterliches Dorf, Fuhrwerke, zentrale Gebäudegruppe) werden durch veränderte Anordnung der Architektur, abweichende Figurenstaffage und eine eigenständige Komposition ergänzt. Dies entspricht der bekannten Werkpraxis de Mompers, der beliebte Bildformeln mehrfach variierte. Die gleiche Komposiotion ist gleichfalls sowohl im Werk Jan Brueghel des Jüngern und Äteren nachweisbar (vgl. Ertz, Klaus und Christa Nitze-Ertz: Jan Brueghel der Ältere (1568-1625). Kritischer Katalog der Gemälde. BandIV, Jan Brueghel der Ältere als Mitarbeiter, Lingen 2008, S. 1596, Abb. 784. Das zweite Tondo konnte bislang nicht mit einem publizierten Vergleichsstück in der Literatur in Verbindung gebracht werden. Komposition, Figurenauffassung, Farbskala und die charakteristische Behandlung der kahlen Bäume sprechen jedoch überzeugend für eine Entstehung im Umkreis von Joos de Momper dem Jüngeren und Jan Brueghel, möglicherweise als bislang unpublizierte Variante eines geläufigen Winterthemas. Die beiden Tondi sind qualitativ geschlossene, fein ausgeführte Beispiele flämischer Landschaftsmalerei des frühen 17. Jahrhunderts. Sie veranschaulichen das große Interesse des Antwerpener Marktes an kleinformatigen, kabinettartigen Winterlandschaften und dokumentieren zugleich die serielle, variierende Bildproduktionen in den Arbeiten Joos de Mompers und Jan Brueghels. In ihrer Paarigkeit besitzen sie einen besonderen dekorativen Reiz und stellen ein seltenes Ensemble auf Kupfer im Rundformat dar (In Zusammnearbeit mit Open AI (Chat GPT), persönlicher Kontakt des Verfassers vom 01.02.26).
Provenienz: Hessische Privatsammlung.
1564 Antwerpen- 1635 ebenda - 1601 Antwerpen- 1678 ebenda
PAAR GEMÄLDE WINTERLICHE DORFLANDSCHAFTEN
Beide: Öl auf Kupfertafel (Tondo). Jeweils: Durchmesser: 14,5 cm. Part. min. altrest., min. Altretuschen. Beide im Tondo gerahmt.
Die beiden kleinformatigen Rundbilder zeigen belebte winterliche Dorflandschaften mit verschneiten Gehöften, kahlen Bäumen und kleinteiligen Staffagefiguren. In beiden Szenen sind bäuerliche Tätigkeiten dargestellt: Fuhrwerke mit Pferdegespannen, Fußgänger auf verschneiten Wegen, arbeitende Dorfbewohner sowie vereinzelte Tiere. Die Architektur besteht aus einfachen, meist giebelständigen Häusern mit steilen, schneebedeckten Dächern, vereinzelt mit Kirchturm oder Speicherbauten, eingebettet in eine flache, von Baumgruppen gegliederte Landschaft. Typisch sowohl für das Werk von Joos de Momper als auch Jan Brueghel des Jüngeren ist die ruhige, ausgewogene Komposition, bei der der Bildraum durch staffelnde Gebäude und Baumgruppen in die Tiefe geführt wird. Die kühle, silbrig-blaue Winteratmosphäre wird durch warme Ocker- und Brauntöne der Architektur kontrastiert. Die fein ausgeführten Figuren dienen weniger der narrativen Zuspitzung als der Belebung und Maßstäblichkeit der Landschaft. Die Wahl des Kupferträgers erlaubt eine besonders glatte, detailreiche Malweise und eine dichte, leuchtende Farbigkeit. Das erste Tondo steht in engem Zusammenhang mit der von Klaus Ertz publizierten Winterlichen Dorflandschaft mit Fuhrwerken (vgl. Josse de Momper der Jüngere - Die Gemälde, Freren 1986, S. 250, Abb. 281). Es handelt sich dabei nicht um eine direkte Kopie, sondern um eine freie Variation desselben Themenkomplexes: Motivische Übereinstimmungen (winterliches Dorf, Fuhrwerke, zentrale Gebäudegruppe) werden durch veränderte Anordnung der Architektur, abweichende Figurenstaffage und eine eigenständige Komposition ergänzt. Dies entspricht der bekannten Werkpraxis de Mompers, der beliebte Bildformeln mehrfach variierte. Die gleiche Komposiotion ist gleichfalls sowohl im Werk Jan Brueghel des Jüngern und Äteren nachweisbar (vgl. Ertz, Klaus und Christa Nitze-Ertz: Jan Brueghel der Ältere (1568-1625). Kritischer Katalog der Gemälde. BandIV, Jan Brueghel der Ältere als Mitarbeiter, Lingen 2008, S. 1596, Abb. 784. Das zweite Tondo konnte bislang nicht mit einem publizierten Vergleichsstück in der Literatur in Verbindung gebracht werden. Komposition, Figurenauffassung, Farbskala und die charakteristische Behandlung der kahlen Bäume sprechen jedoch überzeugend für eine Entstehung im Umkreis von Joos de Momper dem Jüngeren und Jan Brueghel, möglicherweise als bislang unpublizierte Variante eines geläufigen Winterthemas. Die beiden Tondi sind qualitativ geschlossene, fein ausgeführte Beispiele flämischer Landschaftsmalerei des frühen 17. Jahrhunderts. Sie veranschaulichen das große Interesse des Antwerpener Marktes an kleinformatigen, kabinettartigen Winterlandschaften und dokumentieren zugleich die serielle, variierende Bildproduktionen in den Arbeiten Joos de Mompers und Jan Brueghels. In ihrer Paarigkeit besitzen sie einen besonderen dekorativen Reiz und stellen ein seltenes Ensemble auf Kupfer im Rundformat dar (In Zusammnearbeit mit Open AI (Chat GPT), persönlicher Kontakt des Verfassers vom 01.02.26).
Provenienz: Hessische Privatsammlung.
Details
| Losnummer | 3645 |
|---|---|
| Künstler | JOOS DE MOMPER DER JÌNGERE UND JAN BRUEGHEL DER JÌNGERE (ATTR.) |
| Folgerechtsabgabe | Nein |
| Schätzpreis von | 500 |