Losnummer 3562 - Auktion 155
CHRISTUS ALS SCHMERZENSMANN (ECCE HOMO), 1760-1780

Voraussichtliche Aufrufzeit
14.03.2026 - 14:46 Uhr

Startpreis

3.800,00 EUR

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Beschreibung
JOHANN RASSO JANUARIUS ZICK
6. Februar 1730 München - 14. November 1797 Ehrenbreitstein


CHRISTUS ALS SCHMERZENSMANN (ECCE HOMO), 1760-1780

Öl auf Leinwand (doubl.). 29,5 x 21,5 cm (R. 40 x 33 cm). Verso: Maschinenschriftliches Gutachten von Alfred Stange, datiert Bonn, 25. November 1959. Part. min. altrest. Rahmen.

Halbfigurige Darstellung Christi mit Dornenkrone, den Kopf leicht nach rechts geneigt und mit nach oben gerichtetem, schmerzerfülltem Blick. Die Brust ist entblößt, um den Hals liegt ein Strick sowie eine Kette, die rechte Schulter wird von einem violettlich gefassten Mantel bedeckt. In den gefesselten Händen hält Christus ein Rohr. Blutstropfen an Stirn, Hals und Brust unterstreichen den Leidenscharakter der Darstellung. Das Gemälde ist in einer kühlen, silbergrau grundierten Gesamttonigkeit gehalten, in die sich sparsam gesetzte bräunlich-violette und rötliche Akzente einfügen. Die dünne, zarte Malweise mit fein abgestuften Auflichtungen und sensiblen Schattierungen ist charakteristisch für Januarius Zick in seiner reifen Schaffensphase. Die psychologische Durchdringung des Ausdrucks, verbunden mit einer höchst malerischen Behandlung der Fleischpartien, verleiht der Darstellung eine stille, eindringliche Innerlichkeit. Das Werk ist im Werkverzeichnis von Josef Straßer dokumentiert (G 110) und dort als eigenständige Fassung eines Ecce Homo geführt. Straßer beschreibt die Darstellung detailliert und ordnet sie überzeugend in Zicks reife Zeit zwischen 1760 und 1780 ein. Als Vergleich verweist er auf eine kleinere, fremdhändige Wiederholung (G 111). Auf der Rückseite befindet sich ein maschinenschriftliches Gutachten von Alfred Stange, datiert Bonn, 25. November 1959, eigenhändig signiert. Stange bestätigt nach eingehender Prüfung die Authentizität der Darstellung als eigenhändige Arbeit von Januarius Zick und hebt insbesondere die "feinfühlige, höchst malerische und zugleich empfindsam beseelte Malerei" hervor. Er datiert das Werk in die Zeit um 1760-1770 und bezeichnet es als charakteristisches Beispiel von Zicks Kunst aus seiner reifen Phase.

Literatur: Straßer, Josef: Januarius Zick 1730-1797, Gemälde, Graphilk, Fresken, Weißenhorn, 1994, S. 310, G110.

Provenienz: Hessische Privatsammlung. Kunsthandel München. Neumeister Auktionen, München, Katalog 218, Auktion vom 19.-20.10.1983, Nr. 573 mit Abb. Sammlung Kahrmann, Lobberich.
Details
Losnummer 3562
Künstler JOHANN RASSO JANUARIUS ZICK
Folgerechtsabgabe Nein
Schätzpreis von 3800